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Wasser und Gewässer

„Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch das Wasser erhalten.“
Johann Wolfgang v. Goethe „Faust“

Der Mittlere Neckarraum zählt mit durchschnittlich 700 mm Niederschlag pro Jahr zu den wasserärmsten Gebieten Deutschlands. Der Wasserbedarf übersteigt hier seit langem das natürliche Wasserangebot, so dass die Region Stuttgart quasi auf „Pump“ lebt und die Wasserversorgung über die Landes- und Bodenseewasserversorgung abdecken muss.

Gründe für die Wasserarmut:

  • die von Natur aus geringe Wasserspeicherfähigkeit des Muschelkalkuntergrundes mit der Lössauflage,
  • Flächenversiegelung, die den Anteil des versickernden Niederschlagswassers reduziert und damit zum schnellen Abfluss führt,
  • der geringe Waldanteil,
  • der technische Ausbau vieler Oberflächengewässer.

Die Wasserdurchlässigkeit des Untergrundes ist ein Grund für die geringe Dichte an Oberflächengewässern. Außerdem sind einige kleine Seitenbäche  wie etwa der Räuschelbach teilweise "verdolt" und damit auf weiten Strecken nicht mehr wahrnehmbar. Die wenigen noch bestehenden Gewässer und Feuchtstandorte genießen daher einen hohen Stellenwert. Besonders der Aischbach, der Birkengraben, der Räuschelbach und die Glems am Westrand der Gemarkung sind hier zu nennen.

Gewässerrandstreifen

Mit dem neuen Wassergesetz Baden-Württemberg vom 01.01.2015 haben sich einige Änderungen ergeben, unter anderem der Schutz der sogenannten Gewässerrandstreifen.
Die LUBW hat hierzu einen Leitfaden Gewässerrandstreifen erstellt und im Publikationsshop zum Herunterladen eingestellt. 
Welches Gewässer auf der Gemarkung Korntal-Münchingen als sogenanntes qualifiziertes Gewässer im Sinne des Gesetzes gilt, kann in nachfolgendem Kartenausschnitt nachgesehen werden.

Gewässerrandstreifen entlang von qualifizierten Gewässern und Gewässerabschnitten:
- 10 m beidseits im sogenannten Außenbereich
- 5 m beidseits im sogenannten Innenbereich (innerhalb der bebauten Ortslage)

Es gelten dort die folgenden wichtigsten Regelungen:

  • Bäume und Sträucher sind zu erhalten, soweit die Beseitigung nicht für den Ausbau oder die Unterhaltung der Gewässer, zur Pflege des Bestandes oder zur Gefahrenabwehr erforderlich ist.
  • Der Einsatz und die Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, ausgenommen Wundverschlussmittel zur Baumpflege und Wildbissschutzmittel, ist in einem Bereich von fünf Metern verboten.
  • Die Errichtung von baulichen und sonstigen Anlagen, soweit sie nicht standortgebunden oder wasserwirtschaftlich erforderlich sind, sind verboten.
  • Die Nutzung als Ackerland in einem Bereich von fünf Metern ist ab dem 1. Januar 2019 verboten; hiervon ausgenommen sind die Anpflanzung von Gehölzen mit Ernteintervallen von mehr als zwei Jahren sowie die Anlage und
    der umbruchlose Erhalt von Blühstreifen in Form von mehrjährigen nektar- und pollenspendenden Trachtflächen für Insekten.
  • Dem Träger der Unterhaltungslast nach § 32 steht ein Vorkaufsrecht an Grundstücken zu, auf denen sich Gewässerrandstreifen befinden. Das Vorkaufsrecht darf nur ausgeübt werden, wenn dies zum Schutz des Gewässers erforderlich ist. Das Vorkaufsrecht geht anderen landesrechtlichen Vorkaufsrechten vor. Im Übrigen gilt § 28 Absatz 1 bis 3 und 6 des Baugesetzbuchs entsprechend. Sobald der Verkäufer dem Träger der Unterhaltungslast
    den Inhalt des Kaufvertrags mitgeteilt hat, informiert dieser die Wasserbehörde.

Hochwasser und Starkregen

Die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre, insbesondere aber die Starkregenereignisse der Jahre 2009 und 2010 mit ihren massiven Schäden in den Kommunen entlang der Glems haben gezeigt, dass für eine strategische Hochwasserschutzplanung ein gemarkungsübergreifender Ansatz erforderlich ist.

Die Kommunen Ditzingen, Gerlingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Leonberg, Markgröningen, Schwieberdingen und Stuttgart haben sich deshalb entschlossen, mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Stuttgart diese Aufgabe gemeinsam anzugehen und sich zur gemeinsamen Finanzierung bereiterklärt. Hierzu wurde ein gemeinsamer öffentlich-rechtlicher Vertrag unterzeichnet. Die Stadt Ditzingen hat sich bereit erklärt, bei dem Gemeinschaftsprojekt der 8 Kommunen die Federführung zu übernehmen.
Die ausgearbeiteten Starkregengefahrenkarten liegen zwischenzeitlich vor und bilden nun die Grundlage für die Planung weiterer konkreter Schutzmaßnahmen. Vor allem aber stellen sie eine Grundlage dar, um Verhaltensmaßregeln und Vorsorgemaßnahmen von städtischer wie auch privater Seite in Gang zu setzen. Ziel ist, der bewusste Umgang mit dem - niemals ganz auszuschließenden - Risiko (Risikomanagement).

Was ist auf den Karten zu sehen? Ein Starkregenereignis ist ein dynamisches Geschehen. Es lässt sich daher nicht komplett in eine statische Karte übertragen. Jedoch ist die Kartendarstellung die wichtigste Grundlage für alle darauf aufbauenden Maßnahmen der Raumordnung, der Bauleitplanung und der Krisenbewältigung. Wichtigstes Element der Karte ist die Darstellung der potentiell vom Starkregenabfluss betroffenen Flächen. Die aus der Simulation abgeleiteten Karten bilden im Hinblick auf die Zeitgleichheit der Betroffenheit kein reales Ereignis ab, sondern zeigen die Gefahren auf, wie sie bei verschiedenen Starkregenereignissen auftreten können.

Die Gefahrenkarten im Einzugsgebiet der Glems sind hier abrufbar.

Weitere Informationen und Hintergründe können Sie ebenfalls auf der Website der Gefahrenkarten entnehmen

Die Hochwassergefahrenkarten können unter www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de oder http://www.landkreis-ludwigsburg.de/deutsch/buerger-info/umwelt/wasser/ueberschwemmungsgebiete/amtliche-bekanntmachungen/
eingesehen werden.

Hier (31,6 KB)finden Sie die Öffentliche Bekanntmachung des Landratsamtes Ludwigsburg über die Auslegung von Karten für Überschwemmungsgebiete einschließlich der Überschwemmungskernbereiche gemäß § 77 Abs. 3 Wassergesetz für Baden-Württemberg (WG) und hochwassergefährdete Gebiete gemäß § 80 Abs. 1 Satz 2 WG an den Gewässern (pdf)

Pilotprojekt KliStar

Jüngste Klimamodellrechnungen sagen für Süddeutschland eine Zunahme von Starkniederschlägen in der Zukunft voraus. Mögliche Auswirkungen zeigten beispielsweise die Ereignisse der Jahre 2009, 2010 und 2014 im Bereich der Glems westlich von Stuttgart mit starken Überschwemmungen. Um erforderliche Schutzmöglichkeiten zu lokalisieren, vereint nun das Pilotprojekt KliStaR im Einzugsgebiet der Glems acht Städte und Gemeinden mit einem Netzwerk aus Landnutzern und Experten.

Mehr Informationen erhalten Sie hier. (1,976 MB)

Hier (17,6 KB) finden Sie die Aufhebungsverordnung des Landratsamtes Ludwigsburg zu den Überschwemmungsgebieten.

Hier (899,7 KB) finden Sie den Erläuterungstext zum Thema Starkregen.