Sie sind hier: Startseite / Stadtverwaltung / Aktuelles

Wer schwimmen will, muss sich an die Regeln halten

Ab Montag, den 6. Juli, ist das Freizeitbad Münchingen wieder für die Badegäste geöffnet.

Das Freizeitbad öffnet wieder

Wie ist es dem Team vom Freizeitbad Münchingen während der Schließung seit Mitte März ergangen? Wie wurde die Zeit überbrückt? Und welche Regeln gelten jetzt für die Besucherinnen und Besucher nach der Öffnung ab Montag, den 6. Juli? Ein Bericht über das Freizeitbad Münchingen

(et) Am schlimmsten war die Stille. 1100 Besucher kommen an einem gut besuchten Wintertag ins Freizeitbad Münchingen. Nach der Schließung des Bades am 16. März war Daniela Schwarz, die Leiterin des Freizeitbads Münchingen, zeitweise dort mit noch zwei anderen Mitarbeitern die einzigen Menschen in der großen Halle: „Keine Geräuschkulisse, keine planschenden Kinder – die Wasserfläche liegt wie tot da – das war schon ein komisches Gefühl.“  

Der Abschied von den Kindern im Schwimmkurs vor dem Tag der Schließung ist ihr schwer gefallen: „Ich sag dann mal Tschüss bis irgendwann…“ Die Ungewissheit über die Schutzmaßnahmen begleitete in den nächsten Wochen nicht nur sie – sondern das ganze Team des Freizeitbads Münchingen. 20 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen von einem Tag auf den anderen ohne ihre sonst üblichen Aufgaben da. Dafür kamen neue auf sie zu: „Wir haben erst mal eine Großreinigung durchgeführt und das ganze Bad auf den Kopf gestellt“, erzählt Daniela Schwarz. Der Außenbereich wurde für den Sommer vorbereitet, die Bepflanzung gerichtet, die jährliche Revision wurde vorgezogen. Seit Ende März unterstützte ein Teil ihres Teams den Bürgerinformationsdienst der Stadtverwaltung. Statt Badeschlappen zogen sie sich die gelben Warnwesten über. Beim Streifefahren und den täglichen Kontrollen kamen ihre „Stammschwimmer" oft ins Staunen: „Bei dir habe ich doch das silberne Abzeichen gemacht!“ Sie hörten aber auch Fragen wie: "Wann macht ihr endlich wieder auf?"

Die Leiterin des Freizeitbades Münchingen, Daniela Schwarz, freut sich auf die Badegäste.
Die Leiterin vom Freizeitbad Münchingen, Daniela Schwarz, freut sich auf die Badegäste.

Ein Hygienekonzept wurde aufgestellt

Eine Frage, die auch der Teamleiter der Fachangestellten für Bäderbetriebe, Lucas Will, sich immer wieder stellte: "Nicht nur die Kinder - alle haben uns gefehlt", sagt er und freut sich mit allen Mitarbeitern, dass das Bad wieder am Montag, den 6. Juli, für Publikumsverkehr geöffnet ist. Geschwommen wurde dort schon seit dem 2. Juni: Die Gymnasiasten übten für ihr Sport-Abitur, Schüler aus Ditzingen konnten im Becken trainieren, weil sie sonst keine andere Möglichkeit hatten. Seit dem 16. Juni liefen die Schwimmschule und das Training der Vereine wieder an. „Uns war vorallem wichtig, dass die Kinder und Jugendliche so bald wie möglich wieder schwimmen können“, sagt Alexander Bagnewski, der Technische Leiter der Stadtwerke. Nach der Ankündigung der Landesregierung, die Bäder im Land ab 06.06.2020 vorzeitig wieder für Badegäste öffnen zu dürfen, arbeitete das Freizeitbad-Team mit Eifer an der Umsetzung eines Hygienekonzeptes, um das Freizeitbad „Corona-tauglich“ zu machen.
 

Schwimmlehrerin Sabine Schembera und Teamleiter Lucas Will laden zum Schwimmen im Außenbereich ein. 
Schwimmlehrerin Sabine Schembera und Teamleiter Lucas Will laden zum Schwimmen im Außenbereich ein. 

Zu dem Sicherheitskonzept gehört auch, dass Schwimmschulen und der normale Bäderbetrieb nicht gleichzeitig stattfinden und Pausen zwischen den Schwimmzeiten eingelegt werden müssen, um regelmäßige Desinfizierungsmaßnahmen durchzuführen. „Der Aufwand ist wesentlich höher – bei kürzeren Öffnungszeiten und mehr Personalkosten für die zusätzlichen Reinigungsarbeiten“, stellt Freizeitbadleiterin Daniela Schwarz fest. Kein Wunder, dass andere Freibäder, wie die der Gemeinde Oberstenfeld und Asperg, in der Saison 2020 gar nicht mehr aufmachen. Der finanzielle Verlust der letzten Monate ist auch der Grund für einen Appell um Verständnis bei den Jahreskarteninhaber: „Wir bieten Ihnen zwei Möglichkeiten: Entweder können Sie die Jahreskarten um die Schließungszeit verlängern lassen oder sie schenken uns die Tage, an denen Sie nicht schwimmen gehen konnten“, erklärt Daniela Schwarz.

Das Team des Freizeitbades hofft auf das Verständnis der Badegäste

Auf die Unterstützung ihrer Dauerschwimmer hofft sie ein wenig. Für viele von ihnen ist ja nicht nur das tägliche Gesundheitsprogramm weggefallen, sondern auch der soziale Treffpunkt. „Wer ins Freizeitbad kommt, kommt nicht nur zum Schwimmen, sondern auch um mit den Leuten zu schwätzen“, weiß die Freizeitbadleiterin. 200.000 Besucher im Jahr ziehen durchschnittlich ins Freizeitbad Münchingen. 2020 rechnet Daniela Schwarz nur mit einem Bruchteil von ihnen - allein schon wegen der Mengenbegrenzung: Ins Sportbecken dürfen nur 31 Personen gleichzeitig, ins Lehrschwimmbecken 33 und ins Außenbecken 35 Personen. Auch die geschlossene Dampfgrotte und die noch nicht zugängliche Liegewiese können Badegäste abschrecken, meint sie. An die neuen Öffnungszeiten werden sich die Besucher erst noch gewöhnen müssen. Daniela Schwarz hofft auf Verständnis, damit ihrem Personal und dem Besucher Konflikte erspart bleiben. Andernfalls müsse das Bad bald wieder geschlossen werden. Alexander Bagnewski hofft, dass die Badegäste Verständnis zeigen und sich an die Regeln halten, denn sie können schließlich auch einen besonderen Vorteil genießen, den es in anderen Orten oftmals nicht gibt: „So eine geniale Kombination an Freizeitangebot von Hallen- und Freibad, das zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erreichen ist, bietet ein Stück Lebensqualität in einer Stadt, die wir in Korntal-Münchingen aufrecht erhalten wollen. Wir hoffen, es machen alle mit."

Die Liegen im Außenbereich sind geputzt - dürfen aber noch nicht benutzt werden.
Die Liegen im Außenbereich sind geputzt - dürfen aber noch nicht benutzt werden.

Die Hinweis zu den Regeln über den Aufenthalt im Freizeitbad Münchingen finden Sie hier. (86,9 KB)